Um es vorwegzunehmen: Die Straßenverhältnisse sind mittlerweile gut.

Wir waren gut 5 Wochen auf Rumäniens Straßen unterwegs und hatten nur einen größeren Abschnitt, der nicht optimal war: Zwischen Orsova und Craiova waren viele durch Ampeln geregelte Baustellen, so dass es auch nur eine Frage der Zeit sein wird, wann man da gut fahren kann. Ansonsten sind wir sehr viel über Nebenstraßen gefahren, waren im wahrsten Sinne des Wortes in der tiefsten Walachei und hatten nur zwei kurze, richtig holprige Strecken zu überstehen. Da wird es aber auch nur eine Frage der Zeit sein, bis die in Ordnung sind.

Es ist zwar einiges im Bau, aber bislang gibt es in Rumänien nur wenige befahrbare Autobahnabschnitte. Die Nationalstraßen führen meistens durch viele langgezogene Dörfer, so dass man mit einem schnellen Fortkommen lieber nicht rechnen sollte.

Auf jeden Fall sollte man gute Nerven haben: Es ist keine Seltenheit, dass da mal einer aus der 4. oder 5. Reihe überholt.

Man sollte es bleiben lassen, auf den letzten Drücker über die Ampel zu fahren. Zumindest dann, wenn eine Sekundenanzeige in die Ampelanlage integriert ist. Viele fahren nämlich nicht erst bei „grün“ los, sondern schon ein bis zwei Sekunden vorher. Ich wollte einmal kurz vor „rot“ noch über die Ampel und nur eine beiderseitige Vollbremsung verhinderte das Schlimmste. Seitdem bin ich da sehr vorsichtig.

Wenn man bei Dunkelheit unterwegs ist (wir waren das 2x im September) weiss man erst so richtig einen Licht reflektierenden Leitpfosten zu schätzen. Die gibt es in Rumänien auch – es ist aber abhängig vom jeweiligen Landkreis, wie idealistisch der in Bezug auf die Anbringung von Leitpfosten ist. Die Durchgangsstraßen sind bei vielen Dörfern nicht beleuchtet und man sollte nicht für möglich halten, wie viele Fußgänger und Pferdefuhrwerke (!) dann noch unterwegs sind.

Man sollte von 4 für die meisten von uns ungewohnten neuen Verkehrsteilnehmern ausgehen:
- Pferdefuhrwerke (in den über 5 Wochen dürften uns über 100 von denen begegnet sein)
- Kühe auf dem Heimweg: meistens läuft jemand mit dem Stock nebenher; es gibt aber auch einige Kühe, die alleine den Heimweg antreten (die sind uns 2x begegnet)
- Schafherden bzw. gemischte Schaf- und Ziegenherden (3x)

Das waren alles eher „romantische“ Begegnungen und problemlos war das auch, da berechenbar.

Problematisch ist der 4. neue Verkehrsteilnehmer: Straßenhunde. Näheres dazu im Bericht über Constanta. Außer, dass uns wütende Hundemeuten 2x im Auto verfolgt haben, haben wir keine Probleme mit Hunden gehabt. Aber dafür 20 – 30 überfahrene Hunde auf den Straßen gesehen.

Rumänien ist ein tolles Reiseland, auch und vor allem für solche, die das Land individuell erfahren wollen.