Oftmals stehen Schilder in den Städten und Dörfern, auf denen die Geldgeber drauf stehen. Da kann es sich um Kindergärten, Schulen, Museen, Kirchen, Kanalisationen handeln genauso wie um ganze Stadtsanierungen.

Und der mit Abstand größte Geldgeber war immer die EU. Das, was wir in den gut 5 Wochen gesehen haben, waren Beträge um die 200 Millionen EUR (ohne Straßenbau). Insgesamt werden mehrere Milliarden EUR von der EU an Rumänien geflossen sein. Da ging mit Sicherheit einiges an die falschen Stellen – aber es tut sich was, es geht voran.

Man sollte meinen, die Rumänen müssten unendlich dankbar sein. Das ist aber nicht so, zumindest nicht bei allen.

Zum einen wissen viele nicht, wie groß die Unterstützung seitens der EU ist. Zum andern empfinden viele das Verhalten der EU als „Einmischung in innere Angelegenheiten“: Die Religion und die Rumänisch-Orthodoxe Kirche haben nicht den Rang, der ihnen zusteht (schwere Beleidigung!), Homosexualität wird nicht verdammt (schwere Beleidigung!), es gibt Naturschutz und Tierrechte (mittlere Beleidigung!).

Dass die EU während der geplanten Absetzung des Staatspräsidenten Traian Basescu im Sommer dieses Jahres (2012) sich massiv einmischte und die Regierung ermahnte, sich gefälligst an ihre eigenen Gesetze zu halten, wird von der einen Seite als Unverschämtheit gehalten, von der anderen als Glücksfall.

Noch ein Punkt zum Schluss: 2 bis 3 Millionen Rumänen arbeiten saisonal oder dauerhaft in EU-Ländern. Mit unguten Folgen für die Familien-Verhältnisse. Auf der anderen Seite kommt dadurch zusätzliches Geld ins Land. Auf unserer Reise haben wir viele Neubauten von Häusern auf den Dörfern gesehen, vor allem in Oltenien.

Und dadurch, dass so viele in Westeuropa waren, wissen die auch den Lebensstil zu schätzen. Sprich: klare Regelungen. Zu Hause in Rumänien werden die nicht immer angewendet, aber auch hier gilt: Es tut sich was, es geht voran mit Rumänien und den Rumänen.